Die Brüder Himmler – Eine deutsche Familiengeschichte

von Amelie Kaluza, 11f und Dr. Yvonne Blomann

Der Umgang mit der NS-Vergangenheit und die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus werden im Geschichtsunterricht der 11. Jahrgangsstufe intensiv thematisiert. Doch wie gestaltet sich der Umgang mit der Vergangenheit, wenn Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von den eigenen Anverwandten begangen wurden? Wie können über Jahrzehnte hinweg gepflegte Entlastungsnarrative aufgebrochen und der Weg zu einer echten Auseinandersetzung geebnet werden?

Diesen Fragen ging Katrin Himmler, Politikwissenschaftlerin, Autorin und zugleich Großnichte Heinrich Himmlers, am Montag, den 27. April 2026 in einem Vortrag mit anschließender Diskussion für die 11. Jahrgangsstufe nach. Einem kurzen Abriss über Heinrich Himmler folgte der Weg zur Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und die Reaktionen auf Frau Himmlers Forschungen. Abschließend wurde der Stellenwert der Erinnerung an die NS-Vergangenheit angesichts einer immer mehr erstarkenden politischen Rechten hervorgehoben.

Die Schülerinnen und Schüler faszinierte die Offenheit der Politikwissenschaftlerin, die bereitwillig auch sehr persönliche Fragen beantwortete. Vor allem interessierte sich die Oberstufe dafür, wieso Katrin Himmler ihren Namen nicht geändert hat, worauf es eine ganz simple Antwort gab: Es würde nichts ändern. Sie bliebe dennoch mit Heinrich Himmler verwandt und gerade deshalb war es ihr wichtig, ihre Familiengeschichte zu teilen und die jüngere Generation vor zunehmend rechtsextremen Gruppen und Parteien zu warnen. 

Der Vortrag bot eine hervorragende Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, für die wir Katrin Himmler sehr dankbar sind!