Toulouse 2014

380

Eine Gruppe von Schülern, die sich auf das deutsch-französische Abitur vorbereiten, war zu Gast im Südwesten Frankreichs, in Toulouse.

von Carina Rössler (11. Klasse)

Da die französischen AbiBac-Schüler des Lycée Saint-Sernin im Dezember 2013 bereits eine Woche bei uns in Erlangen verbracht hatten, kannten wir unsere Austauschpartnern schon recht gut und freuten uns auf ein Wiedersehen.
Der Aufenthalt der Franzosen bei uns im Dezember war zwar stressig, jedoch ein schönes Erlebnis. Neben einem Besuch der Nürnberger Altstadt, einer Stadtführung in Erlangen und natürlich auch einer Führung durch das Ohm-Gymnasium standen auch ein Besuch des berühmten Christkindlesmarktes und des Erlanger Weihnachtsmarktes auf dem Programm. Nebenbei planten wir gemeinsam auch einen Kinobesuch ein: „Fuck ju Göthe“, die Bildung darf ja nicht vernachlässigt werden.
In Toulouse angekommen, wurden wir mit einem kleinen Empfang, inklusive französischem Gebäck, im Lycée erwartet. Nach dem Wiedersehen mit den Franzosen ging es endlich in die Gastfamilien, wo wir uns, hungrig und müde, wie wir von der Reise waren,  endlich ausruhen und essen konnten. Doch schon früh am nächsten Morgen stand der erste Programmpunkt unseres Aufenthalts an: eine kurze Begrüßung der Schulleiterin und eine kleine Stadtführung durch die Innenstadt von Toulouse. Diese wurde von Schülern einer 10. Klasse des Lycées vorbereitet.
Wegen eines Streiks war es leider nicht möglich, am Nachmittag die berühmte „Cité de l’Espace“, das Raumfahrtmuseum bei Toulouse, zu besuchen. Relativ enttäuscht besuchten wir stattdessen gemeinsam mit Frau Auer und Herrn Lang den Film „Diplomatie“, der von Hitlers Befehl, Paris zu bombardieren und es zu zerstören, handelt. Trotz Müdigkeit und anfänglichem Desinteresse an diesem historischen Film gefiel er uns im Nachhinein doch gut, abgesehen davon war es im Kino gemütlicher und wärmer als draußen in Wind und Regen. Lustigerweise hatten die Franzosen am gleichen Tag auch geplant, mit uns ins Kino zu gehen. Mit ihnen kehrten wir also drei Stunden später wieder zum Kino zurück, in die Vorstellung der Komödie „The Grand Budapest Hotel“.
Der nächste Tag begann mit dem Besuch von „Airbus Toulouse“, also dem Ort, an dem Teile der immensen zweistöckigen Airbus-Flugzeuge hergestellt werden. Nach einer unglaublich interessanten und vor allem beeindruckenden Führung zur Halle, in der die Maschinen zusammengebaut werden, geleitet von einer netten Französin (wie sollte es auch anders sein 😉  brachte uns ein Bus zurück zur Schule, wo wir dann den Nachmittag frei gestalten konnten. Ein Teil von uns kehrte nach dem Unterricht ihrer Austauschpartner wieder zurück nach Hause, die anderen begleiteten ihre zu ihrer Theaterprobe.
Und schon war es Donnerstag. Ein Ausflug, gemeinsam mit den Franzosen, in die kleine Stadt Albi, stand auf dem Programm. Hier wurden wir durch das Museum des berühmten Malers Toulouse-Lautrec und durch die wunderschöne alte Kathedrale von Albi geführt. Schnell saßen wir jedoch schon wieder im Bus, nach einem interessanten Mittagessen in der Kantine eines Lycées der Stadt, auf dem Weg zurück nach Toulouse. Doch zurück am Lycée erwarteten uns eine veränderte Schule … bzw. veränderte Schüler und Lehrer. Der Donnerstag war der Tag des Karnevals an der Schule. Viele waren verkleidet und zeigten stolz ihr Kostüm. Das Beeindruckende für uns Deutsche war, dass die Mehrheit der Schüler ihre Kostüme sogar selbst gebastelt oder geschneidert hatte. Von menschlichen Oreokeksen über Playmobilmenschen und Minions bis zu Märchenfiguren und einem Pacman war alles Erdenkbare und auch Undenkbare vertreten.
Nach einem entspannenden Abend in den Gastfamilien stand auch schon der Freitag vor der Tür. Beginnend mit einer Stunde Deutschunterricht bei unseren Franzosen und danach zwei Stunden Geschichtsunterricht (auf Französisch natürlich) ohne die Franzosen, in denen das Thema „La Résistance“ behandelt wurde. Gut vorbereitet starteten wir also nach einer kurzen Mittagspause in der Stadt in das folgende Programm: Einen Besuch des Résistance-Museums Toulouse. Hier arbeiteten wir in Gruppen, lernten auf diese Weise, aber auch durch einen Vortrag die Arbeit und den Kampf der Résistance während des 2. Weltkriegs kennen.
Mit  vor neuem Wissen beinahe explodierenden Köpfen begann nun endlich das Wochenende. Dieses durften wir frei mit unseren Franzosen gestalten. Während die einen ins Kino gingen, trafen sich andere zum Feiern oder besuchten mit ihren Gastfamilien noch ein Museum oder bummelten einfach durch die „ville rose“, die Stadt, die wegen der Farbe ihrer Gebäude so genannt wird.
Doch schon am frühen Morgen des nächsten Tages folgte das Wiedersehen am Flughafen. Nach dem Abschied und dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben, kauften die letzten von uns noch schnell vergessene Souvenirs und zack, saßen wir im Flugzeug auf dem Weg nach Hause.
Nur leider war es kein Airbus A 380!