„LEBEN bis zuletzt“ – Bedürfnisse am Ende des Lebens

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Zum Abschluss unseres großen Themenkomplexes „Leben an der Grenze: Sterben, Tod – und dann?“ im Religionsunterricht der 10. Jahrgangsstufe besuchte uns Frau Bikas, die Schulleitung der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Fürth, an zwei Tagen im Religionsunterricht, wo sie von Frau OStDin Fuchs persönlich begrüßt wurde. In jeweils neunzig Minuten gab sie einen Einblick in ein sehr sensibles, vielleicht sogar in unserer heutigen Gesellschaft immer noch tabuisiertes Thema: Sie führte in die Hospizbewegung ein und sprach über die Palliativversorgung, Sterbebegleitung und Sterbehilfe. Dabei war es ihr wichtig, den jungen Leuten den Schrecken zu nehmen.

von Diana Bruckmüller

Als Einstieg zitierte Frau Bikas Cicely Saunders, die Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativpflege: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“leben2
Ausgehend von diesem Zitat vermittelte sie den Schülerinnen und Schülern, dass es bei der Palliativmedizin um das Bewahren einer menschenwürdigen Lebensqualität des Patienten und um die Linderung von Beschwerden in der letzten Lebensphase geht, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Dass hierbei sehr viele Fachkräfte beteiligt sein müssen, versteht sich von selbst. Frau Bikas sprach von einem sogenannten Palliative Care-Team, welches aus Ärzten, Pflegekräften, Seelsorgern, Psychologen sowie Physiotherapeuten, dem Sozialdienst und auch freiwilligen Helfern besteht, in das sich im Übrigen jeder Einzelne von uns ehrenamtlich einbringen kann. Viele theoretische Ansätze untermalte Frau Bikas durch Erzählungen aus ihrer Alltagspraxis in den Krankenhäusern, auf der Wachstation und speziell auch auf der Palliativstation in Fürth. Dabei zeigten sich die Schülerinnen und Schüler sehr aufmerksam und interessiert. Sie brachten sich sehr stark mit wichtigen Fragen in das Unterrichtsgeschehen ein. Hohes Interesse galt u.a. den Themengebieten Patientenverfügung und Suizidassistenz. Einblicke in die Realität der Palliativversorgung am Beispiel der Palliativstation am Klinikum Fürth rundeten den Vortrag ab. Ich hoffe, dass die jungen Leute durch diesen Vortrag ihre Ängste, Befürchtungen oder negativen Erwartungen ablegen konnten und die Palliativmedizin von nun an als ganzheitliche Behandlung, Betreuung und Begleitung von unheilbar erkrankten Patienten und deren Angehörigen betrachten können. Die Fachschaft Religion bedankt sich bei Frau Bikas recht herzlich für den interessanten Vortrag.leben3