Kontakt mit dem Senegal

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Abbé Ambroise Tine, der Generalsekretär der Caritas im Senegal, besuchte das französische Projekt-Seminar „Bildung unterstützen“ am Ohm-Gymnasium. Sein beeindruckender Bericht fesselte die Schüler und animierte zu einer anregenden Diskussion über das Leben, die gesellschaftliche Situation und die Bildungspolitik im Senegal.

von Céline Mucha

Mittwoch, 11. November, 14 Uhr: Die Schüler und Schülerinnen des Projekt-Seminars Französisch warten gemeinsam mit Frau Kellner gespannt auf das Eintreffen von Abbé Ambroise, des Generalsekretärs im Senegal. Als Ambroise Tine mit seiner Begleiterin Frau Marsch, Schulrätin in der Erzdiözese Bamberg und dort Ansprechpartnerin für die Bistumspartnerschaft mit Thiès, den Raum betreten, wird es schlagartig still. Für eine schöne Atmosphäre ist gesorgt. Eine große Senegal-Landkarte ist an das Whiteboard projiziert und Kaffee und Kuchen stehen bereit. Natürlich darf da am 11. November, also am Martinstag, die Spezialität „Martinswecken“ und das typische Weihnachtsgebäck Nürnberger Lebkuchen nicht fehlen!
Als M. Tine dann auf Französisch mit leicht senegalesischem Akzent anfängt zu erzählen, hört jeder aufmerksam zu. Zuerst berichtete er lebhaft vom Leben im Senegal allgemein, der dortigen Kultur, den Religionen und Sprachen. Es war eindrucksvoll zu hören, wie Muslime und Christen im Senegal interreligiös miteinander leben. Sogar das gemeinsame Gebet und die gemeinsame Liturgie gehören ganz selbstverständlich zum Alltag dazu. In Sachen Bildung ist jedoch noch viel zu tun: In manchen Regionen des Senegal liegt die Analphabetenquote über 50% und viele Kinder besuchen nie eine Schule. Danach erfuhren wir viel von dem Collège St Gabriel in Thiès, das wir mit unserem Projekt-Seminar finanziell unterstützen wollen. Er erzählte uns Erstaunliches, wie beispielsweise, dass eine Klasse sage und schreibe 50 Schüler umfasst. Unvorstellbar! Besonders schön waren die Erklärungen, woran viele Senegalesen glauben: Dass jeder Mensch zunächst ein Mensch sei und dass vor diesem Hintergrund friedliches Zusammenleben von Menschen verschiedener Sprachen, Kulturen und Religionen möglich sei.
Danach durften wir Fragen stellen. Fragen über den Senegal, über „unsere“ Schule und vieles mehr. Zum Schluss zeigte uns Frau Marsch einen Bauplan für einen großen Arbeits- und Versammlungsraum, der an unserer Partnerschule gebaut werden soll, damit die Kinder nicht mehr draußen, sondern in einem schönen Raum mit Stühlen und Tischen lernen können. Diese Aula kann auch durch unsere Mithilfe, also durch unsere finanzielle Unterstützung realisiert werden. Das war mal eine richtige Motivation!
Für jeden von uns war dies ein schöner Nachmittag und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit Herrn Tine und mit Frau Marsch. Vielleicht ja auch in Senegal, wer weiß…
Bisous et au revoir.