Eine kurze Reise ins Universum

stern

Organisiert von Herr Perleth wurden die Schüler der Klasse 10b und 10c um 20.30 Uhr von Herr Simon, Ansprechpartner der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (Freizeitgemeinschaft Siemens Erlangen e.V.), für eineinhalb Stunden in das Universum und seinen magischen Bann entführt.

von Tim Vahrenholt, 10b

Herr Simon ist nun seit über 50 Jahren damit beschäftigt, Sterne, Planeten, Galaxien und vieles mehr zu beobachten. Man könnte es als einen inneren Drang bezeichnen, der ihn immer wieder zu der kleinen Sternwarte nach Marloffstein führt.
Zur Einführung deutete Herr Simon uns mit seinem grünen Laserpointer direkt am Himmel die bekanntesten Sternbilder, wie Kassiopeia, den großen Wagen und Orion. Orion, so erläuterte er, ist wie ein Jäger; begleitet von den Sternbildern großer und kleiner Hund jagt er das Sternbild Hase, welches Schutz unter Orions Fuß findet. Anschließend versammelten sich alle Schüler in der Kuppel der Sternwarte, wo nun auch das letzte Licht gedämpft wurde, damit dieses beim Beobachten der Himmelskörper nicht stört. In der Mitte der Kuppel mit fünf Metern Durchmesser befand sich ein Teleskop der Bauart Schmidt-Cassegrain, Typ Celestron C14. Bei diesem Typ wird das einfallende Licht von einem Hauptspiegel gebündelt und mittig zu einem Fangspiegel zurückgeworfen. Dort wird es wiederum in die bisherige Richtung reflektiert. Der Strahlengang verläuft dann durch ein in der Mitte des Hauptspiegels befindliches Loch und weiter durch den Tubus in das Okular. Durch ein 40mm-Okular wurde uns eine 100-fache Vergrößerung geboten.
Bevor es dann losging, mussten alle mit anpacken und die tonnenschwere Kuppel per Hand in die richtige Position drehen. Währenddessen berichtete Herr Simon, dass Kuppel und Teleskop ursprünglich rund 25 Tausend DM kosteten.
Nach dieser kurzen sportlichen Aktivität im Dunklen starteten wir unsere Reise ins Universum. Als Erstes betrachteten wir M35, einen offenen Sternenhaufen, der mit 110 anderen astronomischen Objekten (hauptsächlich Galaxien, Sternhaufen und Sternennebel) im astronomischen Messier-Katalog aufgelistet ist. Es entstand der Eindruck eines schwarzen Himmels geschmückt mit tausenden Schneeflocken, die zum Greifen nahe schienen.
Anschließend wechselte das Teleskop, das sich per Computer auf exakte Gebiete im Weltall fokussieren kann, auf M1, genannt Krebsnebel. Dieser ist durch eine Supernova, die Explosion eines Sterns, entstanden und beeindruckt durch viele bunte Farben.
Zum Abschluss wurde uns Jupiter präsentiert, der größte Planet unseres Sonnensystems. Bei genauem Betrachten hatten wir sogar die Möglichkeit, seine Streifen (Wolken) und seine vier Monde zu betrachten. Der so nahe Anblick des uns allen bekannten Planeten begeisterte uns und war eine atemberaubende Attraktion.
In der Faszination dieser astronomischen Himmelskörper verging die Zeit schneller als erwartet. Als die ersten Autoscheinwerfer durch die Bäume das Gebiet beleuchteten, wussten wir dann, dass sie bereits vorbei war, unsere kleine Reise in das Universum.